JU Kirchheim-Heimstetten setzt sich für den Erhalt des Einheimischenmodells ein

Einheimischenmodell für Kirchheim

Die Junge Union Kirchheim-Heimstetten (JU) reagiert mit deutlicher Kritik auf die Absicht des Kirchheimer Gemeinderates, die Ortsansässigkeit als Bewerbungskriterium für die Vergabe gemeindeeigener Wohnungen im Einheimischenmodell zu streichen (wir berichteten).

Ortsvorsitzender Viktor Valnion befürchtet, dass damit junge Ortsansässige kaum noch eine Chance auf günstigen Wohnraum in ihrer Heimatgemeinde hätten. „Die wenigen Wohnungen, die momentan zur Verfügung stehen, sollten an Ortsansässige junge Leute vergeben werden, die zu Hause ausziehen möchten, aber noch nicht genug verdienen, um sich eine Wohnung auf dem freien Markt leisten zu können oder dort keine finden.“, meint der JU-Chef. Nur so können gewährleistet werden, dass sie nicht in Nachbargemeinden oder nach München abwandern.


Die gemeindeeigenen Wohnungen an der Zugspitzstraße sind 2003 per Bürgerentscheid beschlossen und zur Realisierung eines Einheimischenmodells gebaut worden. Nun soll im Kriterienkatalog gestrichen werden, dass man für eine Bewerbung mindestens fünf Jahre am Ort wohnen muss. Zwar ist im Punktesystem die Ortsansässigkeit dann beim Ranking der Bewerber noch berücksichtigt, wiegt aber stets weniger als andere Kriterien, wie Kinderzahl und Einkommen.

„Mit dem jetzt vorgeschlagenen System könnte sich ein Neubürger quasi unmittelbar nach der Anmeldung um eine Wohnung im Einheimischenmodell bewerben. Wir brauchen die Wohnungen aber dringend für die heute schon hier lebende Bevölkerung.“, meint auch Zweiter Bürgermeister Maximilian Böltl.

Für Menschen, die von Armut betroffen sind oder für örtliches Kinderbetreuungs-Personal ließen sich aus Sicht der Jungen Union unbürokratische Härtefall- und Ausnahmeregelungen finden. Auch werde die soziale Situation der Bewerber ohnehin bereits berücksichtigt. „Die Ortsansässigkeit als Kriterium aber ist Kern eines Einheimischenmodells und muss bestehen bleiben.“, fordern Valnion und Böltl.

Die JU will nun für den Erhalt eines „echten Einheimischenmodells“ kämpfen und dafür in den kommenden Wochen bis zur Entscheidung des Gemeinderates Unterschriften sammeln.