Guttenberg und Fahrenschon begeistern oberbayerische Jugend
Die Bezirksversammlung 2010 stand im Zeichen zweier Hoffnungsträger der CSU: Karl-Theodor zu Guttenberg und Georg Fahrenschon.
Inhaltlicher Höhepunkt war die lebendige Diskussion zur Wehrpflicht und möglichen Alternativen.Über 200 Delegierte der Jungen Union Oberbayern waren bei der Bezirksversammlung am 17. Juli in Harthausen (Landkreis München). In bester altbairischer Tradition gab es für alle ein Weißwurstfrühstück mit Brezen vor dem Beginn. Bezirksvorsitzender Christian Hümmer eröffnete die Versammlung mit der Feststellung, dass die JU Oberbayern mehr denn je „Anwalt der Jugend“ ist. Insbesondere, weil sie seit der letzten Versammlung den Dialog und die Diskussion mit streikenden Studenten der Ludwigs-Maximilians-Universität und Jugendorganisationen, wie der Katholischen Landjugend aufgenommen hat.
Die Beteiligung bei der Ortsvorsitzenden-Konferenz im Frühjahr war hoch und die Ergebnisse für die Verbesserung der Arbeit sind wichtig für die Weiterentwicklung der JU.
Seinen Stellvertretern dankte Hümmer für die inhaltliche Arbeit und die konkreten Ergebnisse die in den JU-Landesverband und die CSU eingebracht wurden. In Bezug auf die CSU stellte Hümmer klar, dass die JU gegen eine Frauenquote und für echte Frauenförderung durch konkrete Maßnahmen ist. Der Vorsitzende nannte das Sparpaket der Bundesregierung den richtigen Weg, jedoch muss es beim Sparen gerecht zugehen. Der junge Familienvater fordert von CDU und CSU sich ihres Wertefundaments so klar zu sein wie es die JU ist. Dies bedeutet einen klaren und echten Lebensschutz und somit ein lebensfreundliches und verbessertes Embryonenschutzgesetz.
Der gastgebende Kreisvorsitzende Maximilian Böltl beschrieb in seinem Grußwort die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Das liegt für ihn daran, dass die Erwartungshaltung gegenüber Schwarz-Gelb deutlich höher war. Wobei sich die JU von der CSU-Spitzer mehr Führung und mehr Klarheit erwartet hat. Der stellvertretende Landrat Christoph Göbel freute sich, dass trotz SPD-Landrätin die Stellvertretung in der Hand eines JUlers liegt. Besonders wies er die Gäste darauf hin, dass der Landkreis München mit 320.000 Einwohnern nach München und Nürnberg die drittgrößte Kommune Bayerns ist.
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg brachte mit seinem Auftritt bei der JU Oberbayern einen weiteren Beweis seiner großen Popularität. Zugleich zeigte er bei seinem Vortrag auf wie sehr, aus seiner Sicht, eine tief greifende Reform der Bundeswehr notwendig ist. Es geht im nicht um das Sparen, sondern darum die Bundeswehr zukunftsfähig zu machen. Er bezeichnete sie als „stark unterfinanziert“, mit „kranken Strukturen“ und ohne Perspektive, wenn nicht gehandelt wird. Denn wenn nicht 2010 gehandelt wird, „tragen wir die Bundeswehr sehenden Auges zu Grabe“, sagte er. Auf Grund der mangelnden Perspektive und teilweise sinnlosen Beschäftigung der Wehrdienstleistenden wirbt Guttenberg für eine Aussetzung der Wehrpflicht. Er kündigte er mehrere Modelle für die Bundeswehr in nächster Zeit an. Guttenberg stellte sich zudem hinter die umstrittene Äußerung des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, die Bundeswehr sei auch aus wirtschaftspolitischen Motiven im Auslandseinsatz.
Die Junge Union Oberbayern bezog selbst nach dem bejubelten Auftritt Guttenbergs Stellung zur Wehrpflicht. Zur Wahl standen fünf Alternativen, von der Beibehaltung einer sechsmonatigen Wehrpflicht bis hin zur vollständigen Abschaffung. Nach einer leidenschaftlichen Debatte stimmte die große Mehrheit für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht. Dabei besteht die Verpflichtung für Männer und Frauen die Wehrpflicht oder einen anderen allgemeinen Dienst zu leisten.
Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon gab der JU Recht, dass sie sich gegen das Schuldenmachen ausspricht. Jedoch stellte er blindes Sparen, beispielsweise an Bildung und Wissenschaft, als genauso falsch dar, wie unbedachtes Schuldenmachen. Optimismus verbreitete er mit der Feststellung, dass sich die Stimmungslage in Deutschland habe sich ins Positive gedreht hat. Industrieproduktion und Auftragseingänge wachsen stark, der Lehrstellenmarkt brummt und die Konjunkturpakete zeigen ihre Wirkung. Für Fahrenschon braucht Bayern Sparen und zugleich Wachstumskräfte stärken. Oberste Priorität habe dabei die Familienpolitik, denn „Kinder sind unsere Zukunft“.

